Themen O-P
OCR (Optical Character Recognition)
Das maschinelle Erkennen von fertig
gedruckten oder maschinengeschrieben Vorlagen, zur Über- bzw. Verarbeitung
im Computer.
Offsetdruck
Erfunden um 1905 von den Amerikanern W. Rubel und C. Hermann,
basiert auf dem Flachdruckverfahren (s.a.). Der Offsetdruck ist ein indirektes
Druckverfahren, d.h. die Druckplatte druckt nicht direkt auf das Papier
sondern auf ein Gummituch, daß die Farbe an den Bedruckstoff weiter
gibt. Offset-Druckmaschinen gibt es in allen Größen und Abmessungen
(s.a. Maschinenklassen), eine weitere Unterscheidung gibt es noch in der
Form des Papiereinzugs, ob Bogen (Bogenoffset) eingezogen werden, oder ob
das Papier von Rolle kommt (Rollenoffset). Es gibt Offset-Maschinen mit
10 Farbwerken, das bedeutet das 10 verschiedene Farben auf einmal gedruckt
werden können, meistens ist aber in so einer Maschine eine Wendetrommel
integriert, so daß in einem Druckgang beide Seiten des Bogens bedruckt
werden. Oft ist noch eine Lackiereinheit (s.a.) angeschlossen für die
Druckveredelung oder ein Trockner damit direkt nach dem Druck weiter verarbeitet
werden kann.
Opazität
Opazität (gegensatz Transparentz) gibt an wie undurchsichtig ein
Stoff ist.
Orthochromatisch
Orthochromatische Filme/Fotopapier sind unempfindlich für rotes
Licht, so daß man in Dunkelkammern mit roter Beleuchtung arbeiten
kann, ohne das Material zu belichten.
Panchromatisch
Panchromatische Filme/Fotopapiere sind empfindlich gegenüber dem
gesamten Farbspektrum des Lichtes, so daß kein Licht in der Dunkelkammer
sein darf.
Pantone Farbsystem
Pantone Farbsystem für Volltonfarben, enthält über 3000
verschiedene Farben, bei Grafikern beliebt durch die angebliche Vielseitigkeit,
bei Druckern gefürchtet, da sich die Farben sehr schlecht mischen lassen,
und alle paar Jahren sich die Farbbezeichnungen ändern, d.h. es werden
nicht nur laufend neue Farben dazu genommen, die alten Farbbezeichnungen
werden auch für ganz andere Farben verwendet. Das bedeutet wenn Pantone-Farben
gedruckt werden sollen ist es wichtig, ein Farbmuster der Druckerei mitzugeben,
damit es nicht nachher zu Reklamationen kommt.
Papierformate
(siehe DIN-Formate)
Papiergewicht
(siehe Flächengewicht)
Papierherstellung
Baumstämme (s.a. Papierrohstoffe) werden zusammen
mit Wasser zu Holzsplittern zermahlen. Je nachdem ob die Stämme entrindet
sind oder nicht, spricht man nach dem Schleifen vom "Weißen Holzschliff"
oder vom "Braunen Holzschliff". Dies ist dann ein "Halbstoff"
der zu Papier verarbeitet werden kann (s.a. holzhaltiges Papier).
Aus dem
Holzschliff kann aber auch durch mehrstündiges Kochen (bei dem die
Zellstruktur aufgelöst wird) in Chemikalien (Natron- oder Sulfitverfahren)
Zellstoff (Zelluose) gewonnen werden. Die Zellstoffgewinnung ist langwieriger
und der Ertrag ist geringer als bei der Holzschliff-Herstellung, aber die
Qualität ist um ein vielfaches höher, da die restlichen Holzbestandteile
(Harze, Gerbstoffe, Fette usw.) ausfallen. Die Zellulose muß jetzt
noch gebleicht werden, um ein weißes Papier zu erhalten. Der Bleichvorgang
findet oft mit Chlor statt, das aber nicht besonders umweltfreundlich ist,
daher werden immer mehr Verfahren entwickelt, die das Chlor ersetzen.
Aus diesem Halbstoff kann holzfreies Papier (s.a.) hergestellt werden. Meistens
wird aber ein Gemisch aus den Halbstoffen (Holzschliff und Zellulose), Füllstoffen
(s.a) und Leimstoffen (s.a.) benötigt, dies ist dann der "Ganzstoff".
Bei dem Vermengen der Halbstoffe ist nicht nur das Verhältnis wichtig,
es entscheidet über die hergestellte Papiersorte, sondern auch der
Mahlvorgang der hierbei erfolgt. Je nachdem wie lang die Fasern geschnitten
oder gequetscht werden, ist das Papier saugfähiger, reißfester
oder hat andere Eigenschaften. Dieser Papierbrei der bis zu 98% aus Wasser
besteht wird auf einer Langsiebpapiermaschine aufgetragen. Auf diesem Sieb,
das wie ein Fließband arbeitet, wird das Wasser aus dem Papierbrei
geschüttelt und gesaugt, die Papierfasern verfilzen. Das so entstandene
Papier durchläuft noch verschiedene Press-, Trocken- und Glättstationen
ehe es aufgerollt wird, jetzt hat es die Bezeichnung "Maschinenglattes
Papier" (s.a. Laufrichtung, Schöndruckseite, Wasserzeichen). Hiernach
wird das Papier entweder veredelt (s.a. Gestrichene Papiere, Satiniert usw.)
oder es wird zu kleineren Rollen oder Bogen geschnitten. (Anmerkung: Eine
Langsiebmaschine ist unglaublich beeindruckend! Die Papierbahn kann eine
Breite von 8 Metern und mehr haben, die Länge der Maschine ist 150
Meter und mehr, die Papierbahn hat eine Länge von mehreren Kilometern.
Ich kann jedem empfehlen, mal eine große "Papiermühle"
zu besuchen.)
Papierrohstoffe
Heute wird Papier zu 95% aus Holz hergestellt und zwar
hauptsächlich aus Nadelhölzern wie: Tanne, Fichte, Kiefer und
Lärche. Laubbäume sind bis auf Pappel, Buche und Birke weniger
geeignet, da für die Papierherstellung die Faserlänge und die
Härte des Holzes wichtig ist. Im Prinzip kann aus allen Stoffen, die
Zellulose enthalten, Papier hergestellt werden. So gibt es auch Stroh, Gras
und Bambus-Papiere, die aber auf dem europäischen Markt keine große
Rolle spielen. Auch Hadern (s.a.) können verwendet werden. Altpapier
kann wieder als Papierrohstoff verwendet werden, hat aber den Nachteil,
daß die Fasern bei jeder neuen Verarbeitung kürzer werden und
die Papierqualität (Reißfestigkeit, Farbe usw.) abnimmt.
Papiervolumen
Bei Papier mit einfachem Volumen entspricht die Grammzahl
der Flächenmasse der Papierdicke in tausendstel Millimeter.
Demnach
lautet die Formel nach der das Volumen berechnet wird: Volumen = Papierdicke
in tausendstel mm / Flächenmasse in g/qm.
In der Praxis kommt es häufiger
vor, daß man das Volumen kennt und daraus auf die Stärke von
z.B. einem Buch kommen möchte. Formel: Flächengewicht (g/qm) /
1000 x Volumen = Dicke des Papiers in tausenstel mm. Z.B. Ein Buch mit 100
Seiten auf Papier mit 80 g/qm 1,5 Volumen ist: 80 / 1000 x 1,5 = 0,120 (Stärke
im mm) x 50 (Blattpapier) = 4 mm dick.
Pappe
Im Unterschied zu Karton (s.a.) haben Pappen keine veredelte Oberfläche
und bestehen aus geringerwertigen Stoffen, meistens unbehandelter Holzschliff
oder Altpapier.
Man bezeichnet Pappen nach ihrem Aussehen und den verwendeten
Stoffen. Graupappe: graue Färbung, fest und leimhaltig Holzpappe:
hell, leicht brüchig, besteht aus weißem Holzschliff (s.a. Papierherstellung)
Lederpappe: zäh, biegsam, besteht aus braunem Holzschliff (s.a. Papierherstellung)
Partielle Lackierung
Partielle Lackierung bedeutet, daß nur einige Teile des Druckbogens
lackiert werden z.B. die Bilder, damit sie mehr auffallen.
Passermarken
Passermarken sind zur Kontrolle der Farbsätze (s.a.), die bei der
Montage und im Druck genau übereinander liegen sollten, damit das Druckergebnis
stimmt.
Projektion
Meistens in der Bedeutung von Vergrößerung, z.B.
wenn Filme in der Größe A3 vorhanden sind und ein Plakat in der
Größe A1 benötigt wird. Für Projektionen gibt es spezielle
Reprokameras (s.a.) die eine enorme Größe haben.
Proof
Ein Proof wird benötigt, um eine druckverbindliche Kontrollmöglichkeit
(Seitenstand und -Farbe) vor dem Druck zu haben. Proof's sind nur für
4-farb-Druck (s.a.) und einige wenige Soderfarben möglich.
In den analogen Proof-Verfahren (Dry-Match, Press-Match usw.) wird das Proof von fertig belichteten Filmen, durch zuhilfenahme von Folien auf eine Trägerschicht erstellt. Diese Proof stimmen zu 95% mit dem nachherigen Druck überein.
Bei digitalen Proof, wird die Seite, die im Rechner erstellt wurde, auf
einem Farbdrucker (z.B. im Thermosublimations-Verfahren) ausgegeben, dieses
Proof ist natürlich kostengünstiger herzustellen, da keine Filme
benötigt werden. Die fehlende Kontrollmöglichkeit der Filme, ist
aber auch gleichzeitig der größte Nachteil des digitalen Verfahrens,
heute können noch Fehler in der Belichtung auftauchen, die im Digitalen-Proof
nicht sichtbar sind, des weiteren sind die Farben im Digital-Proof nicht
immer verläßlich. (Im Moment traue ich noch keinem digitalen
Proof!!! EAW)
Punze
Der innere Raum eines Buchstaben, z.B. die Fläche in einem
O
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